Gedanken zum Jahrestag der Bücherverbrennung

10. Mai 1933

Es war 1933 nicht das einzige Mal, dass in der Menschheitsgeschichte Bücher im Namen der Ausmerzung von schlechtem Gedankengut verbrannt wurden. Luther, Zumarraga bei den Azteken und die spanische Inquisition sind einige Beispiele davon.
Gedanken zum Jahrestag der Bücherverbrennung

Foto: RainerSturm/pixelio.de

Und es waren “gebildete” Menschen, Student*innen, Bibliothekare, Gelehrte, die die schwarzen Listen der Bücher erstellten, die genau über die Kraft und Macht der Inhalte Bescheid wussten. Letztlich haben die wirkenden Kräfte in den Büchern die Zeit der Verbrennung überlebt, wenn auch nicht alle Autor*innen.

Der 10.Mai ist also der Jahrestag des Triumphs der Bücher! Sie konnten keinen der Autor*innen schützen, aber sie halfen einigen von ihnen und einer Minderheit der Bevölkerung, psychisch zu überleben.

Heute wird so leicht niemand auf die Idee kommen, Bücher zu verbrennen. Heute ist es ein leises Büchersterben. Bücher sind heute der Gleichgültigkeit ausgesetzt. In jeder Stunde, in der wir uns zu viel auf den Marktplatz der social media begeben, “brennen” wieder Bücher. Auch stellt man fest, dass die Schamgrenze, Bücher wegzuschmeißen, fällt.

Ist es der Lauf der Dinge, wenn in Kitas und Schulen deutlich wird, dass immer weniger gelesen wird, dass es sinnlos sei, dagegen anzukämpfen, weil es aussichtslos und mühsam sei, gegen die Leichtigkeit des Benutzens der digitalen Medien an Boden zu gewinnen?

Lasst uns nicht resignieren und in einer Art Kulturpessismus elegant dahingleiten,  lasst uns das Publikum für Bücher wieder gewinnen, lasst uns Zuversicht zeigen, dass Bücher uns Welten eröffnen und wir können sicher sein, dass die Zeit der stillen Beseitigung von Büchern auch wieder vorüber geht.